KI-Inhalte auf YouTube: YouTube Studio, Shorts und die Abfrage beim Hochladen
Soziale Netzwerke passen die Benennungen und Pfade ihrer KI-Schalter regelmäßig an. Auch wenn Menüpunkte sich verschieben oder anders heißen: Die Betreiberpflicht aus Artikel 50 bleibt davon unberührt.
YouTube hat die Angabe zu KI-Inhalten fest im YouTube Studio verankert. Beim Hochladen führt kein Weg an der Frage vorbei – sie ist Teil des Ablaufs, nicht eine Einstellung, die man suchen muss.
Die Abfrage beim Hochladen
Im Bereich Attribute fragt YouTube, ob der Inhalt realistisch wirkendes Material enthält, das mit KI erzeugt oder wesentlich verändert wurde. Sie antworten mit Ja oder Nein.
Antworten Sie mit Ja, setzt YouTube ein Label – und zwar unterschiedlich, je nachdem worum es geht:
- bei fotorealistischem Material im Videoplayer selbst
- bei allem anderen in der erweiterten Videobeschreibung
Wann Ja die richtige Antwort ist
YouTube nennt drei Fälle ausdrücklich:
- Der Inhalt lässt eine reale Person etwas sagen oder tun, was sie nicht gesagt oder getan hat.
- Er verändert Aufnahmen eines realen Ereignisses oder Ortes.
- Er erzeugt eine realistische Szene, die so nie stattgefunden hat.
Was ausdrücklich keine Angabe braucht
Diese Liste ist der praktisch nützlichere Teil, weil sie viel Unsicherheit auflöst. YouTube nennt als Fälle ohne Angabepflicht:
| Fall | Warum |
|---|---|
| Erkennbar unrealistische oder animierte Inhalte | Werden nicht für eine Aufnahme gehalten |
| Beauty-Filter, Farbanpassungen | Übliche Bearbeitung |
| Klonen der eigenen Stimme | Es wird niemand nachgeahmt |
| Automatisch erzeugte Untertitel | Betrifft nicht das Bild- oder Tonmaterial |
| Hochskalieren von Auflösung | Technischer Schritt ohne Aussageänderung |
| Aufnahmen aus Videospielen | Erkennbar keine Wirklichkeit |
„Synthetische Stimme" wird oft pauschal als angabepflichtig gehandelt. Nach den Angaben von YouTube gilt das nicht für das Klonen der eigenen Stimme – dort wird niemand nachgeahmt, der etwas nicht gesagt hat.
Anders liegt es, sobald eine fremde reale Stimme nachgebildet wird. Das ist der Kern dessen, was Erwägungsgrund 134 beschreibt.
YouTube labelt auch von selbst
Die Angabe ist kein reines Ehrensystem. YouTube setzt das Label eigenständig, wenn Material aus den hauseigenen KI-Werkzeugen stammt, wenn es Content Credentials in der Datei findet oder wenn seine Systeme den Inhalt als KI-generiert einstufen.
Sie werden darüber benachrichtigt und können in der Regel widersprechen, indem Sie „Nein” auswählen – außer bei Material aus YouTubes eigenen Werkzeugen, dort bleibt das Label.
Der zweite Schritt für Artikel 50
Die Studio-Angabe erfüllt YouTubes Regeln. Für die gesetzliche Pflicht kommt dieselbe Überlegung wie auf den anderen Netzwerken hinzu: Das Label der Plattform verschwindet, sobald das Video anderswo hochgeladen wird.
Erster Satz der Beschreibung. Ein Hinweis wie „Dieses Video enthält KI-generierte Darstellungen” steht damit auch dort, wo das Label in der eingeklappten Beschreibung sitzt.
Einblendung im Bild. Bei Nachrichten, Unternehmensmeldungen und allem, was nach Testimonial aussieht, gehört eine kurze Textzeile fest ins Video – die überlebt jeden Kanalwechsel.
Kurz vor dem Hochladen
- Attribute-Abfrage wahrheitsgemäß beantworten, statt sie durchzuklicken.
- Erste Zeile der Beschreibung für den Hinweis nutzen.
- Vorschaubild prüfen: Zeigt es eine fotorealistische Person oder ein Ereignis, das es nicht gab, gilt dafür dasselbe wie für das Video.
- Festhalten, welches Werkzeug im Spiel war – im KI-Inventar.
Andere Netzwerke
Die Pflicht ist überall dieselbe, die Upload-Maske nicht. Wer mehrere Kanäle bespielt, findet hier den passenden Weg:
Häufige Fragen
Wo erscheint das KI-Label auf YouTube für Zuschauer?
Das hängt vom Inhalt ab: Bei fotorealistischem Material setzt YouTube das Label im Videoplayer selbst, bei allem anderen in der erweiterten Videobeschreibung.
Muss ich es angeben, wenn ich meine eigene Stimme klone?
Nach den Angaben von YouTube nicht. Das Klonen der eigenen Stimme zählt dort ausdrücklich zu den Fällen, die keine Angabe erfordern – anders als eine synthetische Stimme, die eine andere reale Person nachahmt.
Was passiert, wenn ich die Abfrage ignoriere?
YouTube kann das Label selbst setzen – bei Material aus den eigenen KI-Werkzeugen, bei erkannten Herkunftsdaten oder wenn die Systeme den Inhalt als KI-generiert einstufen. Bei wiederholten Verstößen drohen Maßnahmen gegen den Kanal.
Gilt die Pflicht auch für nicht gelistete Videos?
Die Pflicht aus Artikel 50 knüpft an die Veröffentlichung an. Öffentliche und nicht gelistete Unternehmensvideos fallen darunter, rein private Uploads ohne beruflichen Bezug nach Artikel 3 Nummer 4 nicht.
Quellen
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