Ohne KI arbeiten: wie Sie es nachweisen statt es nur zu behaupten
Dieses Handbuch handelt bis hierher davon, was zu tun ist, wenn KI im Spiel war. Es gibt aber einen Fall, über den kaum jemand spricht: Was, wenn nicht?
Artikel 50 verpflichtet nur, wer KI-generierte oder KI-veränderte Inhalte veröffentlicht. Wer ausschließlich mit eigenen Aufnahmen, gezeichneten Illustrationen oder Archivmaterial arbeitet, hat nichts zu kennzeichnen. Er erfüllt die Pflicht, ohne etwas zu tun – und genau das sieht nach außen niemand.
Warum „ohne KI” zum echten Qualitätsmerkmal wird
Vor wenigen Jahren war „echt fotografiert” keine besondere Aussage, sondern eine Selbstverständlichkeit. Das hat sich verschoben. Bildbestände füllen sich mit Material, dessen Herkunft niemand mehr kennt, Stockportale sind durchmischt, und in Feeds steht Erzeugtes neben Aufgenommenem, ohne dass es auffällt.
Damit wird die Selbstverständlichkeit zum echten Unterscheidungsmerkmal. Für einige Berufe ist sie sogar das Fundament ihres Geschäftsmodells:
- Fotografinnen und Fotografen, deren Arbeit gerade dadurch Wert hat, dass jemand tatsächlich vor Ort war
- Illustratorinnen, deren menschliche Handschrift verkauft wird, nicht ein generierter Stil
- Handwerk, Manufakturen, Gastronomie, wo das Produktbild exakt zeigen muss, was Kundinnen und Kunden wirklich bekommen
- Presse und Redaktionen, für die Bildherkunft zur Glaubwürdigkeit gehört
- Agenturen mit eigenem Studio, die sich klar von Anbietern abgrenzen wollen, die generieren statt zu produzieren
Keine KI zu nutzen behaupten – oder es nachweisen können
Man kann „Keine KI-Bilder” in den Footer schreiben. Das ist billig, in jeder Hinsicht – es kostet nichts, und es ist entsprechend wenig wert. Jede Website kann diesen Satz enthalten, auch die, auf der er längst nicht mehr stimmt.
Belastbar wird die Aussage erst durch den wirklich.ai Transparenz-Pledge und drei konkrete Faktoren:
1. Ein bezifferter Bestand. Nicht pauschal „unsere Bilder”, sondern beispielsweise „340 erfasste Medien”. Erfasst über die automatische Analyse der wirklich.ai App – also nicht die Bilder, an die sich jemand erinnert, sondern alle, die tatsächlich öffentlich ausgespielt werden.
2. Ein belegtes Datum. Eine Prüfung ohne Zeitpunkt ist wertlos. Steht im Protokoll, wann der letzte Abgleich lief, kann jeder selbst beurteilen, wie frisch die Aussage ist.
3. Nachvollziehbarkeit. Jede Einstufung liegt als Ereignis mit Zeitstempel im Protokoll, die Kette ist über Prüfsummen verbunden. Nachträgliche Manipulationen bleiben nicht unbemerkt. Das ist der Punkt, an dem aus einer Behauptung ein echter Nachweis wird – nicht weil wir etwas garantieren, sondern weil jeder das Protokoll einsehen kann.
Der leichtfertigste Fehler wäre, aus „diese Bilder sind nicht KI-erzeugt” ein pauschales „wir nutzen keine KI” zu machen.
Das eine ist bezogen auf die Website prüfbar und bleibt richtig. Das andere ist eine Aussage über ein ganzes Unternehmen – und sie wird in dem Moment falsch, in dem jemand im Marketing einen Textentwurf durch ein Sprachmodell schickt oder die Buchhaltung eine Software mit integrierter KI-Funktion nutzt.
Formulieren Sie deshalb präzise: „Alle Medien auf dieser Website sind fotografiert und geprüft, nicht KI-erzeugt.” Nicht: „Wir arbeiten generell ohne KI.”
In vier Schritten zum belegbaren Nachweis
Der Weg unterscheidet sich kaum von dem, was in KI-Kennzeichnung auf Websites & im CMS steht – nur das Ergebnis ist ein anderes:
1. Bestand erfassen. wirklich.ai App anbinden und Abgleich starten. Danach steht fest, wie viele Medien es auf der Domain überhaupt gibt. Erfahrungsgemäß ist diese Zahl die erste Überraschung: Fast niemand schätzt sie auf Anhieb richtig.
2. Einstufen. Statt jedes Bild einzeln durchzugehen, legen Sie im System eine Sammelregel an – etwa „Geprüft: ohne jeden KI-Einsatz”. Das beantwortet die Frage für alle erfassten Medien in einem Zug. Wichtig ist nur, dass es stimmt: auch die freigestellten Produktbilder, auch das Hintergrundmotiv, auch das eine Archivbild aus der Stockdatenbank.
3. Prüfstand veröffentlichen. Das öffentliche Transparenz-Protokoll zeigt dann genau das, was Sie belegen wollen – erfasste Medien, keine davon als KI eingestuft, mit Datum und einer über Prüfsummen verbundenen Kette.
4. Signet einbinden. Das kostenlose wirklich.ai Signet im Footer verlinkt direkt auf das Protokoll Ihrer Domain. Wer darauf klickt, sieht Fakten statt bloßer Versprechen.
Dabei wechselt das Signet selbst die Anzeige – Sie müssen daran nichts manuell einstellen. Ist der gesamte Bestand erfasst, geprüft und kein einziges Medium gekennzeichnet, zeigt das Signet automatisch den Status Keine KI-Inhalte. Sobald ein KI-Fund dazukommt, schaltet es auf KI ausgewiesen um:
Das hat zwei Vorteile: Die Aussage lässt sich nicht herbeireden – wer KI-Inhalte einsetzt, erhält den Status „Keine KI-Inhalte” nicht. Und sie lässt sich nicht vergessen: Kommt später ein generiertes Bild dazu, aktualisiert sich die Anzeige beim nächsten Abgleich ganz von selbst.
Grenzen: Was der Nachweis aussagt – und was nicht
Ein Nachweis ist nur so viel wert, wie seine Grenzen transparent mitgenannt werden. Vier Punkte gehören dazu:
Er gilt für den erfassten Web-Bestand. Nicht für Bilder auf Ihren Social-Media-Profilen, nicht für gedruckte Broschüren und nicht für das, was Ihre Agentur woanders ausspielt.
Er ist eine Momentaufnahme. Er zeigt, wie der Bestand am Tag des Abgleichs aussah. Deshalb gehört das Datum sichtbar dazu, und deshalb sollte der automatische Abgleich regelmäßig laufen.
Er betrifft Medien – Bilder, Videos, Audio, nicht reine Texte. Für Texte gelten eigene Regeln, siehe Was gekennzeichnet werden muss.
Er ist keine amtliche Zertifizierung. Niemand prüft Sie als Behörde von außen. Was entsteht, ist Ihre eigene, nachvollziehbar dokumentierte Prüfung – öffentlich einsehbar, aber kein staatliches Siegel.
Wer diese vier Punkte mitschreibt, hat eine Aussage, die auch dann standhält, wenn jemand kritisch nachfragt. Wer sie weglässt, hat wieder nur einen Footer-Satz – diesmal lediglich mit mehr technischem Unterbau.
Was passiert, wenn Sie später doch KI einsetzen?
Angenommen, in einem Jahr setzen Sie für einen Blogbeitrag doch ein generiertes Bild ein. Dann erfasst die wirklich.ai App das Medium beim nächsten Abgleich, es wird eingestuft und gekennzeichnet. Das öffentliche Protokoll zeigt daraufhin beides: den früheren Zustand und die Änderung mit Datum.
Das ist kein Rückschlag, sondern der eigentliche Beweis dafür, dass Ihr System tatsächlich prüft. Eine Aussage, die sich nie ändern kann, ist kein Prüfergebnis, sondern ein statischer Aufkleber. Dass Ihr Protokoll den Wechsel nachvollziehbar macht, ist der Grund, warum man dem vorherigen Status überhaupt glauben durfte.
Wenn schon KI im Spiel ist: kennzeichnen statt verschweigen
Dann ist dieses Kapitel nicht das passende – aber die Sorge dahinter meist unbegründet. Kennzeichnen ist kein Eingeständnis von Mängeln, sondern ein Zeichen von Professionalität und Respekt. Warum Transparenz das Vertrauen Ihres Publikums stärkt, steht in Warum Kennzeichnung wichtig ist.
Häufige Fragen
Ist ein Nachweis, dass man keine KI nutzt, gesetzlich verlangt?
Nein. Artikel 50 verpflichtet nur, wer KI-generierte oder KI-veränderte Inhalte veröffentlicht. Wer keine einsetzt, hat keine gesetzliche Pflicht. Ein solcher Nachweis ist freiwillig, stärkt das Vertrauen Ihres Publikums und untermauert Ihre Haltung im Netz.
Was genau sagt so ein Nachweis aus?
Dass ein konkret bezifferter Bestand an Medien zu einem bestimmten Zeitpunkt erfasst wurde und dabei kein einziges Medium als KI-erzeugt oder -verändert eingestuft wurde. Er sagt nichts über KI-Texte, interne Abläufe oder gedruckte Flyer – und genau diese Abgrenzung macht ihn glaubwürdig.
Wir nutzen KI im Marketing für Texte, aber nicht für Bilder. Geht das trotzdem?
Ja. Die Aussage bezieht sich exakt auf den erfassten Medienbestand Ihrer Website. „Alle 340 Bilder auf dieser Website sind fotografiert“ bleibt richtig, auch wenn Sie im Hintergrund KI-Werkzeuge für Textentwürfe nutzen. Wichtig ist nur, die Aussage genau so abzugrenzen.
Was passiert, wenn wir später doch ein KI-Bild einsetzen?
Die wirklich.ai App erfasst das neue Bild beim nächsten Abgleich, es wird eingestuft und das Signet schaltet automatisch auf „KI ausgewiesen“ um. Das Protokoll dokumentiert den Wechsel mit Zeitstempel. Das belegt, dass Ihre Prüfung echt und dynamisch ist.
Können wir das nicht einfach in den Footer schreiben?
Können Sie – es ist dann aber eine bloße Behauptung. Der Unterschied liegt darin, ob Besucherinnen und Besucher die Angaben in einem manipulationssicheren Transparenz-Protokoll nachprüfen können oder nur einen Satz lesen.
Ist das wirklich.ai Signet eine Zertifizierung?
Nein. Wir vergeben keine amtlichen Prüfsiegel und nehmen keine behördliche Zertifizierung vor. Das Signet verweist auf Ihr eigenes, manipulationssicher dokumentiertes Prüfprotokoll und drückt das freiwillige Versprechen Ihres Unternehmens aus.
Quellen
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